Die Bahn kommt heute später, ungefähr fünf Minuten, Grund dafür sei, eine Verspätung aus vorheriger Fahrt, sie bitten um Entschuldigung. Die Bahn kommt heute später, ungefähr fünfzehn Minuten, Grund dafür sei, ein spontaner Personalausfall, sie bitten um Entschuldigung. Die Bahn kommt heute später, ungefähr dreißig Minuten, Grund dafür sei, ein Polizeieinsatz, sie bitten um Entschuldigung.„Die Bahn kommt heute später“ weiterlesen
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Postfaschismus
Die Neonröhren summten über meinem Kopf. Weißes, grelles, unerbittliches Licht. Wieder Kopfschmerzen, wieder Migräne. Da halfen auch die von der Zentrale verschriebenen Tabletten nicht mehr. Das Summen war wie das Piksen Tausender kleiner Nadeln auf meiner Hirnrinde. An manchen Tagen glaubte ich, dass die Führung das mit Absicht so gemacht hatte. Um uns langsam aber„Postfaschismus“ weiterlesen
Grenzgänger
Wo ist meine Heimat? Wandere umher, ohne Sinn, ohne Rat, Kein Zuhause bei den Linken, Gehöre nicht zu den Rechten, Zu konservativ für die Kommunisten, Zu sozialistisch für die Konservativen, Zu progressiv, zu liberal, zu nationalistisch, zu reaktionär, zu queer, zu quer, Kein Atheist, aber auch nicht wirklich Christ, Sympathie für Heiden und Magie, Kein„Grenzgänger“ weiterlesen
Sündenstadt Babylon
O du dreckige Großstadt, Drehst fleißig des Teufels Rad, Reckst dein hässliches Haupt empor, Öffnest jedes Gesindel Tür und Tor. Massen von gequälten Seelen, Marschieren und schreien aus trockenen Kehlen, Wandern in dunklen Labyrinthen aus Beton, Knien unterwürfig vor des Abaddons Thron. Die Stadt beherrscht von dämonischen Fratzen, Die an des Menschen Fleisches schmatzen, Sitzen„Sündenstadt Babylon“ weiterlesen
Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt
Der Regen prasselte gegen das Fenster des Zuges, ich lehnte meinen Kopf gegen die kühle Scheibe. Es war ein beruhigendes Geräusch, welches mich, in Kombination mit dem Rattern und Schaukeln des Zuges, völlig entspannte. Ich musste nur aufpassen, dass ich nicht eindöste und meine Haltestelle verpasste.Ich schaute auf mein weniges Handgepäck: Eine Tageszeitung von vor„Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt“ weiterlesen
Eine Schatzsuche zur Rettung der Welt vor geleeartigen Riesenbären Oder Die Abenteuer von Adolphus Magnus
Die majestätische Festung Corvusstein erhob sich aus dem flachen Wiesenmeer, geschützt von einer, so sagte man zumindest, undurchdringlichen Mauer, erbaut von Riesen aus Utgard vor tausenden von Jahren. König Corvus Crowell kämpfte damals gegen den Titanengott Ymir. Er schlug dem mächtigen Wesen das grässliche Haupt ab und versklavte seine bestialischen, mehrköpfigen Kinder.Heute galt Festung Corvusstein„Eine Schatzsuche zur Rettung der Welt vor geleeartigen Riesenbären Oder Die Abenteuer von Adolphus Magnus“ weiterlesen
Ein paar Worte über Roland R. Maxwell – von R. S.
Ich habe Roland R. Maxwell kennengelernt, als ich den Wunsch hegte, meine kreativen Geschichten zu teilen. In einer Schreibgruppe haben wir uns im Zwei-Wochen-Turnus mit anderen Schreibenden an der Universität Potsdam getroffen, um weitere Gedichte und Kurzgeschichten miteinander auszutauschen und einander zu motivieren. Die Zeit verstrich in jenen Stunden ziemlich schnell. Es entstanden neue Szenarien„Ein paar Worte über Roland R. Maxwell – von R. S.“ weiterlesen
Über die Wichtigkeit der Konstruktion von Storywelten
Vor einer Kulisse absonderlicher Geländeformen & archaischer Plastikstummel türmte sich schwarzes Erdreich zu einem steilen Kegel, & etwas drängte ans Licht. Welch ein gewaltiges & dunkles Geschöpf! In einer Schollenfontäne schnellte es aus seinem Bau. Ein Ungeheuer. Es brüllte, es stieg hoch, höher in die Luft. Einen unwirklichen Augenblick hing es still auf dem Scheitelpunkt„Über die Wichtigkeit der Konstruktion von Storywelten“ weiterlesen
Hans Haacke – Faschismus und dessen Verbindung zur Privatwirtschaft
1. Einleitung Bei Hans Haacke, geboren 1936 in Köln, handelt es sich um einen politischen Konzeptkünstler, der Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Texte als Medien für seine Arbeiten benutzt. In seinen ersten Werken ging es um physikalische und biologische Prozesse, später setzte er sich mit der Verflechtung von Kunstinstitutionen und Privatunternehmen kritisch auseinander und zeigte dabei„Hans Haacke – Faschismus und dessen Verbindung zur Privatwirtschaft„ weiterlesen
Der Lektor
Alleine sitzt er in seinem Zimmerlein, Erhellt vom warmen Kerzenschein, Die Augen verdeckt hinter Glas, vor ihm der Text, den er las. Die Uhr schlug abends zehn, Der Text soll morgen in Druck geh`n. Welch ein Wirrwarr an Wörtern, wer kann das alles nur erörtern? Kreuz und quer gehen die Markierungen, Fremde denken, es seien„Der Lektor“ weiterlesen