Totes Eichhörnchen

Der Friedhof lag still da, die Gräber schwiegen, die Toten schliefen ihren endlosen Schlaf und leichter Nebel kroch niedrig über den kalten Boden. In der Ferne ertönte das unheilvolle, heisere Krächzen eines Kauzes vernehmen. Graue Wolken verzierten den grauen Nachthimmel, der Mond hing wie ein gelber Totenschädel hoch oben und schaute auf die Erde herab.„Totes Eichhörnchen“ weiterlesen

Matthew Matters

Wenn es ein Wort gab, das Matthew perfekt beschrieb, dann war es: simpel. Oder auch schlicht, einfach, bescheiden, durchschnittlich.Es gab an seinem Äußeren nichts markantes, nichts, was ihn aus der Menge hervorstechen ließ. Er hatte platt gedrückte, fast schon gebügelt wirkende, kurze, braune Haare. Seine Kopfform befand sich in der perfekten Schnittstelle zwischen rund und„Matthew Matters“ weiterlesen

Postfaschismus

Die Neonröhren summten über meinem Kopf. Weißes, grelles, unerbittliches Licht. Wieder Kopfschmerzen, wieder Migräne. Da halfen auch die von der Zentrale verschriebenen Tabletten nicht mehr. Das Summen war wie das Piksen Tausender kleiner Nadeln auf meiner Hirnrinde. An manchen Tagen glaubte ich, dass die Führung das mit Absicht so gemacht hatte. Um uns langsam aber„Postfaschismus“ weiterlesen

Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt

Der Regen prasselte gegen das Fenster des Zuges, ich lehnte meinen Kopf gegen die kühle Scheibe. Es war ein beruhigendes Geräusch, welches mich, in Kombination mit dem Rattern und Schaukeln des Zuges, völlig entspannte. Ich musste nur aufpassen, dass ich nicht eindöste und meine Haltestelle verpasste.Ich schaute auf mein weniges Handgepäck: Eine Tageszeitung von vor„Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt“ weiterlesen

Eine Schatzsuche zur Rettung der Welt vor geleeartigen Riesenbären Oder Die Abenteuer von Adolphus Magnus

Die majestätische Festung Corvusstein erhob sich aus dem flachen Wiesenmeer, geschützt von einer, so sagte man zumindest, undurchdringlichen Mauer, erbaut von Riesen aus Utgard vor tausenden von Jahren. König Corvus Crowell kämpfte damals gegen den Titanengott Ymir. Er schlug dem mächtigen Wesen das grässliche Haupt ab und versklavte seine bestialischen, mehrköpfigen Kinder.Heute galt Festung Corvusstein„Eine Schatzsuche zur Rettung der Welt vor geleeartigen Riesenbären Oder Die Abenteuer von Adolphus Magnus“ weiterlesen

Ein paar Worte über Roland R. Maxwell – von R. S.

Ich habe Roland R. Maxwell kennengelernt, als ich den Wunsch hegte, meine kreativen Geschichten zu teilen. In einer Schreibgruppe haben wir uns im Zwei-Wochen-Turnus mit anderen Schreibenden an der Universität Potsdam getroffen, um weitere Gedichte und Kurzgeschichten miteinander auszutauschen und einander zu motivieren. Die Zeit verstrich in jenen Stunden ziemlich schnell. Es entstanden neue Szenarien„Ein paar Worte über Roland R. Maxwell – von R. S.“ weiterlesen

Über die Wichtigkeit der Konstruktion von Storywelten

Vor einer Kulisse absonderlicher Geländeformen & archaischer Plastikstummel türmte sich schwarzes Erdreich zu einem steilen Kegel, & etwas drängte ans Licht. Welch ein gewaltiges & dunkles Geschöpf! In einer Schollenfontäne schnellte es aus seinem Bau. Ein Ungeheuer. Es brüllte, es stieg hoch, höher in die Luft. Einen unwirklichen Augenblick hing es still auf dem Scheitelpunkt„Über die Wichtigkeit der Konstruktion von Storywelten“ weiterlesen

Damals als Tiger noch Pfeife rauchten

Das Feuer im Kamin loderte seelenruhig, von allen Problemen in der Welt ungestört, vor sich hin. Draußen in der eisigen Weite begann die Dämmerung einzusetzen. Zu dieser Jahreszeit wurde es bereits sehr früh dunkel, die Tage begannen wieder kürzer zu werden. Der Wind lag still, mit Schnee war noch nicht zu rechnen. Soweit das Auge„Damals als Tiger noch Pfeife rauchten“ weiterlesen

Besuch beim Amt

Der Tag war gekommen, ich konnte es nicht länger aufschieben. Mein Personalausweis musste erneuert werden.Ich habe mich immer davor gefürchtet, da ich Gerüchte über das Bürgeramt und seine sehr langwierigen Bearbeitungsprozesse gehört habe. Vorher hatten immer meine Eltern meinen Ausweis für mich erneuert, doch jetzt war ich einundzwanzig Jahre alt, somit ein vollständiger Erwachsener, und„Besuch beim Amt“ weiterlesen

Du sollst nicht stehlen

»Und du bist dir sicher, dass wir hier richtig sind?«, das orange Licht der Laterne warf lange schwarze Schatten auf die sandfarbenen Gänge. »Vertrau mir. Hab ich dich jemals in die Irre geführt?« »Ich erinnere dich nur an die eine Sache in den Katakomben.« »Ach, bist du immer noch sauer deswegen?« »Wir waren zwei Tage„Du sollst nicht stehlen“ weiterlesen