Ist die Türe zu?

Jeden Abend dasselbe Spiel, manchmal wird`s zu viel, Ich geh zu meiner Türe, da ist dieser Zwang, den ich verspüre, Mit Schlafanzug stehe ich im Gang, und stehe vor der Türe, und meine Hand zur Klinke führe, und an der Klinke rüttle, rüttle und schüttle, dabei frag ich mich, das ist mir peinlich, schon erbärmlich,„Ist die Türe zu?“ weiterlesen

Totes Eichhörnchen

Der Friedhof lag still da, die Gräber schwiegen, die Toten schliefen ihren endlosen Schlaf und leichter Nebel kroch niedrig über den kalten Boden. In der Ferne ertönte das unheilvolle, heisere Krächzen eines Kauzes vernehmen. Graue Wolken verzierten den grauen Nachthimmel, der Mond hing wie ein gelber Totenschädel hoch oben und schaute auf die Erde herab.„Totes Eichhörnchen“ weiterlesen

Nicht-International – Europäer im Herzen

Ich bin nicht international, I am no Brit, But I speak and write English, its not great, but better than nothing, я не русский, Но я могу читать по-русски, но не понимаю, 私は日本人ではありません, 而且也不是中国人, Tôi cũng không phải người Việt Nam, Nooit in Nederland geweest, Je n’ai jamais compris le français, Polskę znam tylko z„Nicht-International – Europäer im Herzen“ weiterlesen

Die Bahn kommt heute später

Die Bahn kommt heute später, ungefähr fünf Minuten, Grund dafür sei, eine Verspätung aus vorheriger Fahrt, sie bitten um Entschuldigung. Die Bahn kommt heute später, ungefähr fünfzehn Minuten, Grund dafür sei, ein spontaner Personalausfall, sie bitten um Entschuldigung. Die Bahn kommt heute später, ungefähr dreißig Minuten, Grund dafür sei, ein Polizeieinsatz, sie bitten um Entschuldigung.„Die Bahn kommt heute später“ weiterlesen

Matthew Matters

Wenn es ein Wort gab, das Matthew perfekt beschrieb, dann war es: simpel. Oder auch schlicht, einfach, bescheiden, durchschnittlich.Es gab an seinem Äußeren nichts markantes, nichts, was ihn aus der Menge hervorstechen ließ. Er hatte platt gedrückte, fast schon gebügelt wirkende, kurze, braune Haare. Seine Kopfform befand sich in der perfekten Schnittstelle zwischen rund und„Matthew Matters“ weiterlesen

Postfaschismus

Die Neonröhren summten über meinem Kopf. Weißes, grelles, unerbittliches Licht. Wieder Kopfschmerzen, wieder Migräne. Da halfen auch die von der Zentrale verschriebenen Tabletten nicht mehr. Das Summen war wie das Piksen Tausender kleiner Nadeln auf meiner Hirnrinde. An manchen Tagen glaubte ich, dass die Führung das mit Absicht so gemacht hatte. Um uns langsam aber„Postfaschismus“ weiterlesen

Was macht ein schlechtes Gedicht aus?

Ein schlechtes Gedicht, das reimt sich nicht, Das Reimschema ist durcheinander, unregelmäßig, völlig willkürlich und wechselt mittendrin, Auf Stabreim folgt Kreuzreim, Auf A folgt C, dann kommt B, und, ich glaube, dann D, Die Verse sind unterschiedlich lang und da gibt es diese eine Zeile, die unnötig lang ist, Es fehlt der Takt und der„Was macht ein schlechtes Gedicht aus?“ weiterlesen

Grenzgänger

Wo ist meine Heimat? Wandere umher, ohne Sinn, ohne Rat, Kein Zuhause bei den Linken, Gehöre nicht zu den Rechten, Zu konservativ für die Kommunisten, Zu sozialistisch für die Konservativen, Zu progressiv, zu liberal, zu nationalistisch, zu reaktionär, zu queer, zu quer, Kein Atheist, aber auch nicht wirklich Christ, Sympathie für Heiden und Magie, Kein„Grenzgänger“ weiterlesen

Sündenstadt Babylon

O du dreckige Großstadt, Drehst fleißig des Teufels Rad, Reckst dein hässliches Haupt empor, Öffnest jedes Gesindel Tür und Tor. Massen von gequälten Seelen, Marschieren und schreien aus trockenen Kehlen, Wandern in dunklen Labyrinthen aus Beton, Knien unterwürfig vor des Abaddons Thron. Die Stadt beherrscht von dämonischen Fratzen, Die an des Menschen Fleisches schmatzen, Sitzen„Sündenstadt Babylon“ weiterlesen

Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt

Der Regen prasselte gegen das Fenster des Zuges, ich lehnte meinen Kopf gegen die kühle Scheibe. Es war ein beruhigendes Geräusch, welches mich, in Kombination mit dem Rattern und Schaukeln des Zuges, völlig entspannte. Ich musste nur aufpassen, dass ich nicht eindöste und meine Haltestelle verpasste.Ich schaute auf mein weniges Handgepäck: Eine Tageszeitung von vor„Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt“ weiterlesen