Wahlkampfzeit

Alle Jahre wiederjährt sich wieder diese Zeitdann hängen wieder hässliche Fratzenzuhauf an grauen Laternenpfählenstarren mit toten Blick in die Leereund falschem Grinsen im Gesichtgebügelte Frisuren und geschmiegelte Anzügeund wahrscheinlich noch parfümiertund jede Unreinheit beseitigtda hängt die Person So-und-sound der Herr Dies-und-dasnicht zu vergessen Frau Wie-war-doch-gleich-der-Nameda fragt man sich doch gleichaus welchem Loch die gekrochen kamendie„Wahlkampfzeit“ weiterlesen

Hymne auf einen Ritter

Aus altem ehrwürdigen Hause stammest du,geboren in Landschaft aus Schlössern und Burgen,der Geist des Stauferkaisers war in dir,Schüler wurdest du im Kreise eines greisen Meisters,eingeweiht wurdest du in Mystik und Dichtkunst,bis der greise Meister hinabstieg in die heilige Erde,und du zu neuen Taten zogest,im Dienste eines neuen Staates,ein blutrünstiger Leviathan mit unstillbaren Hunger,unter blutroter Fahne„Hymne auf einen Ritter“ weiterlesen

Ritter Kahlbutz

Ritter Kahlbutz, Ritter KahlbutzWas hast du nur getan, du KlotzBrachtest den Schäfer umErschlugest ihn aus Rache drumWolltest rauben seine Braut die MagdVerwehrt wurde dir deine erste NachtVor Dreetzer Gericht sprachst du mit Spott:»Wenn ich doch der Mörder bin gewesen,dann wolle Gott,soll mein Leichnam nie verwesen!«Und so wollten die Richter auf HimmelsthronVerfluchten den märkischen Edelmann und„Ritter Kahlbutz“ weiterlesen

Einem Freund gewidmet

Sechs Jahr ists schon herSeit Du einzogst ins HimmelsheerOhne Trompetenklang stiegst du hinaufEine stille Tragödie nahm ihren Lauf.Kein letztes Wort konnte ich Dir gebenEin inniger Abschied war mir vergebenAls mich die schreckliche Nachricht ereilteMein armes Herz in Schockstarre verweilte.In so mancher Nacht begegnen wir uns in Traumes WeltDer Ring der Freundschaft war noch nicht zerschelltDes„Einem Freund gewidmet“ weiterlesen

Eine Untersuchung literarisch-thematischer Kontinuitätslinien zwischen der Konservativen Revolution und der Neuen Rechten anhand von Ernst Jüngers „Gläserne Bienen“ und Volker Zierkes „Enklave“

1. Einleitung 2023 jährt sich der Todestag von Ernst Jünger zum fünfundzwanzigsten Mal. Geboren 1895, gestorben 1998, somit lebte er 103 Jahre. Er prägte ein ganzes Jahrhundert deutscher Geschichte und Literatur. Jünger durchlebte die wilhelminische Zeit des Kaiserreichs, das tödliche Niemandsland des Ersten Weltkriegs, die von Krisen und Wirren geschüttelte Phase der Weimarer Republik, die„Eine Untersuchung literarisch-thematischer Kontinuitätslinien zwischen der Konservativen Revolution und der Neuen Rechten anhand von Ernst Jüngers „Gläserne Bienen“ und Volker Zierkes „Enklave““ weiterlesen

Ein Schatten, geboren aus der alles verschlingenden Explosion

Stille Nacht, beinahe wolkenloser Himmel. Ein einsamer Bomber flog wie ein riesiger prähistorischer Vogel über die öde brandenburgische Landschaft, ein Geflecht aus Wäldern, Feldern und unbekannten Dörfern.Der Pilot am Steuer gähnte, sein Dienst war lang und anstrengend. Alles, was er wollte, war zur Kaserne zurückzukehren und sich endlich ins Bett zu legen. Um schneller zu„Ein Schatten, geboren aus der alles verschlingenden Explosion“ weiterlesen

Zeuge des Stahls

Dunkel war es, der Abend bitterkalt,der Himmel wolkenlos und sternenklar,einsame Spuren des Schnees verdeckten,die grauen Pflastersteine des Hbfs,geflohen war ich vor der Kälte,zurückgezogen im Bahnhofsgebäude,weiße Neonröhren summten und brummten,im Dönerladen war noch Betrieb,die Backerei machte langsam Feierabend,das chinesische Restaurant war schon lange verwaist,Läden verschwanden und gingen,man sah es überall in dieser sterbenden Stadt,gelangweilt war ich,„Zeuge des Stahls“ weiterlesen

Durch Sturm und Revolution

Der kühle Wind rauschte durch die Blätter des dunklen Waldes. Der Meister hielt mich fest in seinen Armen, ich spürte seine schwieligen, von der Arbeit gezeichneten Hände. Bei sich hatte er seinen ältesten Sohn, einen aufgeregten jungen Burschen. Mit leisem Schritt gingen sie durchs Unterholz, schon seit einiger Zeit verfolgten sie die Fährte eines Hirschs.„Durch Sturm und Revolution“ weiterlesen

Bauernweisheiten

Ist der Winter kalt und weiß,wird der Sommer lang und heiß.Bringt der Juli heiße Glut,gerät auch der September gut.Wenn im September die Spinnen kriechen,sie einen harten Winter riechen.War bis zu Dreikönig kein rechter Winter,dann kommt auch keiner mehr dahinter.Januar trocken und rau,nützt dem Getreidebau.Gibts im März zu vielen Regen,bringt die Ernte wenig Segen.Im Juni viel„Bauernweisheiten“ weiterlesen

Revolution ohne Utopie – Eine Novelle (Erstes Kapitel)

1. Kapitel – Von Bären verschlungen Das Dorf lag in Trümmern, wahrscheinlich eine Racheaktion der Allpreußen, hier gab es nichts mehr zu holen, außer vielleicht verkohlte Überreste. Aber ein Mann konnte nicht nur von Kohle leben, ab und an brauchte er auch etwas Vernünftiges zwischen den Zähnen. Ein saftiges Stück Fleisch, für den Anfang. Ein„Revolution ohne Utopie – Eine Novelle (Erstes Kapitel)“ weiterlesen