Sündenstadt Babylon

O du dreckige Großstadt, Drehst fleißig des Teufels Rad, Reckst dein hässliches Haupt empor, Öffnest jedes Gesindel Tür und Tor. Massen von gequälten Seelen, Marschieren und schreien aus trockenen Kehlen, Wandern in dunklen Labyrinthen aus Beton, Knien unterwürfig vor des Abaddons Thron. Die Stadt beherrscht von dämonischen Fratzen, Die an des Menschen Fleisches schmatzen, Sitzen„Sündenstadt Babylon“ weiterlesen

Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt

Der Regen prasselte gegen das Fenster des Zuges, ich lehnte meinen Kopf gegen die kühle Scheibe. Es war ein beruhigendes Geräusch, welches mich, in Kombination mit dem Rattern und Schaukeln des Zuges, völlig entspannte. Ich musste nur aufpassen, dass ich nicht eindöste und meine Haltestelle verpasste.Ich schaute auf mein weniges Handgepäck: Eine Tageszeitung von vor„Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt“ weiterlesen

Besuch beim Amt

Der Tag war gekommen, ich konnte es nicht länger aufschieben. Mein Personalausweis musste erneuert werden.Ich habe mich immer davor gefürchtet, da ich Gerüchte über das Bürgeramt und seine sehr langwierigen Bearbeitungsprozesse gehört habe. Vorher hatten immer meine Eltern meinen Ausweis für mich erneuert, doch jetzt war ich einundzwanzig Jahre alt, somit ein vollständiger Erwachsener, und„Besuch beim Amt“ weiterlesen

Suburban Hellscape

Es war mir schleierhaft, wie ich an diesem Ort gelangt bin. Soweit mein Blick reichte, sah ich nur endlose Reihen von einstöckigen Einfamilienhäusern und Schrebergärten, ein Paradebeispiel für eine suburbane Gegend. Aber es war ein Paradoxon, der Randbereich einer Stadt ohne Stadt. Ich kletterte auf einem Baum, versuchte von dort einen besseren Überblick zu erhalten.„Suburban Hellscape“ weiterlesen

Verloren

„In the pines, in the pines, Where the sun don‘t ever shines.“ – Lead Belly – Im Nachhinein betrachtet, war es keine gute Idee sich von der Gruppe zu trennen und alleine loszumarschieren. Die Sonne verschwand langsam hinter dem Horizont und der Wald wurde finster. Ihr wurde kalt, sie begann leicht zu zittern. Ihr Atem„Verloren“ weiterlesen

Überstunden

Arbeite doch in einem Diner, haben sie gesagt. Es wird dir gefallen, haben sie gesagt. Es ist ein guter Job für ein Skelett, haben sie gesagt. Zur Hölle mit denen, dachte sich Nick. Er hasste seinen Beruf. Unzählige Nachtschichten, Bezahlung unterm Mindestlohn, lange Arbeitstage, das ständige Stehen, die hässlichen Anfeindungen. Hey Kalkgesicht, schmeiß mal ‘ne„Überstunden“ weiterlesen

Gespräche mit einer Krähe

Träume sind schon etwas Erstaunliches, nicht wahr? Sie wirken echt, doch gleichzeitig auch nicht. Sie zeigen uns bekannte Orte, doch sind zur selben Zeit auch vollkommen unbekannt. Die Geschehnisse ergeben keinen Sinn, doch sie tun es. Gesichter wandeln sich in einem Augenblick in andere. Orte verändern sich ständig. Da wo vorher eine Treppe war, klaffte„Gespräche mit einer Krähe“ weiterlesen

Die alte Schule

Es war einer dieser heißen Schultage, die in der der Klassenraum gefühlte hundert Grad erreicht. Tommy saß in der Mitte des Zimmers, Hefter und Stifte auf dem gesamten Tisch verteilt. Vorne an der Tafel stand seine Lehrerin Fräulein Mittnacht, das Fräulein soll nicht täuschen, sie war schon über sechzig Jahre alt. Ihre Haare waren grau„Die alte Schule“ weiterlesen