Ein paar Worte über Roland R. Maxwell – von R. S.

Ich habe Roland R. Maxwell kennengelernt, als ich den Wunsch hegte, meine kreativen Geschichten zu teilen. In einer Schreibgruppe haben wir uns im Zwei-Wochen-Turnus mit anderen Schreibenden an der Universität Potsdam getroffen, um weitere Gedichte und Kurzgeschichten miteinander auszutauschen und einander zu motivieren. Die Zeit verstrich in jenen Stunden ziemlich schnell. Es entstanden neue Szenarien und neue Welten, in denen Charaktere heranreiften und sich entwickelten. Dabei war stets die Liebe zum Schreiben vordergründig und die Gemeinschaft, der Austausch unter Gleichgesinnten. Es war wie eine Reise, auf der neue Verbündete in Form von Figuren auftauchten, die das eigene Universum und die innere Vorstellungskraft bestärkten.

Roland R. Maxwell schreibt im Genre »New Weird«. Die Handlung hat meist etwas Düsteres und Absurdes, jedoch auch etwas Witziges und Unterhaltsames. Das Genre ist in den 90er Jahren bekannt geworden und ist ein queeres, aufgelöstes Nicht-Genre, bei dem alle Klischees umgewandelt sind. Bei »New Weird« gibt es eine Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Horror. Zudem sollte die Handlung bizarr und seltsam sein. Die Inspiration für das Genre hat Roland R. Maxwell aus den Geschichten von H. P. Lovecraft, mit dem übermütigen Gedanken: »Was der schafft, kann ich noch besser.«
In der achten Klasse hat Roland R. Maxwell seine ersten Anfänge beim Schreiben verfolgt und begann eine Abwandlung von »I am Legend« im Kontext von Insekten niederzuschreiben. Es sind stolze sechsunddreißig Seiten geworden, die ihn zum Weitermachen inspirierten. Seitdem denkt Roland R. Maxwell in großen Maßstäben und wagte sich an immer intensiveren Welten und Geschichten heran.

2017 entstand in einem dreiviertel Jahr die Geschichte »Reise ins Unbekannte«, mit einem Umfang von sechsundsiebzig Manuskriptseiten. Die Geschichte beschreibt ein Fantasy-Setting, das in den 50-er Jahren angesiedelt ist. In dem Kurzroman geht es um einen jungen, aufstrebenden Filmemacher, der sich mit einer Crew auf dem Weg zu einer verfluchten Insel macht und dabei auf Geheimnisse stößt, die besser hätten verborgen bleiben sollen.

In der titelgebenden Geschichte »Samsa« werden kafkaeske Motive von Maxwell verwendet, die in ihrer Brisanz zu einer globalen Bedrohung anschwellen. Roland R. Maxwell betonte mir gegenüber, dass er zuerst eine Idee hat oder entwickelt und erst im Anschluss mit dem Schreiben beginnt. Manchmal zieht er dabei seine Ideen aus seinen Träumen, manchmal aus Büchern, die er für das Studium oder für sich gelesen hat. Dabei steht das Experimentieren immer im Vordergrund.

Maxwell probierte sich daher im Genre der Poesie aus. Anfangs waren Gedichte, wie die »Unter der Schwarzen Sonne« und »Das ist nicht Putins Krieg« nicht im Reim-Schema angefertigt. Trotzdem haben die Gedichte einen Sog und lassen die Zuhörenden nicht mehr los. Man taucht regelrecht ein, in die Welten die Maxwell kreiert und erlebt somit die Geschichten im eigenen Inneren, in all ihrer Intensität und ihrem Charme. Ob detailreich oder ausschweifend, Maxwell versucht, die Balance zu finden. Dabei lockt er die Lesenden immer wieder aus der Reserve und lässt sie auflachen oder in sich hineinschmunzeln.

Was er sich für die Zukunft noch vornehme? Roland R. Maxwell hat mir verraten, dass er noch mehr Kurzgeschichten schreiben und sich mal wieder an einem Kurzroman versuchen will. Dass uns Nekromanten oder Pfeife rauchende Tiger zum Lachen bringen und viele weitere Figuren im Universum von Roland R. Maxwell entstehen werden, ist gewiss. Sein Wunsch ist es, bekannter zu werden, sodass auch „ein paar fremde Menschen ihn lesen.“ Auch ist es sein Ziel, dass andere ebenfalls zum Schreiben inspiriert werden. Laut Maxwell ist dies die »größte Ehre für einen Autor«. Diese Bescheidenheit, aber auch die Vision von etwas Großem zeichnen ihn aus. Wohin es konkret gehen soll, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Doch eines ist klar: Es wird absurd, bizarr und aberwitzig.

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