Und das Kreuz dreht sich weiter

Die warme Morgenluft strömte in das kleine beschauliche Zimmer hinein, die Sonne war noch weit von ihrem Höhepunkt entfernt, trotzdem zirpten die Grillen bereits emsig und erfüllten die Gegend mit ihrer gleichmäßigen Melodie.

Die Wahrheit am Ende der Welt

Das dunkle Meer tobte, der eisige Wind pfiff der Besatzung des kleinen Schiffes ›Columbus‹ um die Ohren, meterhohe Wellen schlugen gegen die Nussschale, brachten das Deck zum Schwanken. Am kalten Arsch der Welt ließen sich nichteinmal Möwen blicken. Matthias hing über der Reling und übergab sich. Die ganze Fahrt über war er schon seekrank, er„Die Wahrheit am Ende der Welt“ weiterlesen

Ar(t)son

Der Regen prasselte auf meinen schwarzen Schirm, hinter mir brummte und dröhnte der elendige Stadtverkehr. Es wurde gehupt, Reifen quietschten, ab und an ertönte der wütende Schrei eines kurzangebundenen Angestellten aus der mittleren Einkommensklasse, der jetzt unbedingt nach Hause musste, weil er sonst seine Lieblingssendung verpasste oder das gekochte Abendbrot der frustrierten Ehefrau kalt wurde„Ar(t)son“ weiterlesen

Der endlose Krieg

Unter dem glutroten Himmel brannte das Gewehrfeuer, schwarzer Rauch stieg aus den aschebedeckten Schlachtfeldern empor. Gewaltige Geschütztürme ratterten unermüdlich, fleißige Hände fütterten sie stetig mit neuer, frischer Munition, die alten Hülsen bedeckten den Boden. Die Hitze in den Maschinenräumen war kaum auszuhalten. Der Lärm zerriss einem die Trommelfelle. Ratter-ratter-ratter-ratter, sollte dieses Geräusch verstummen, würde das„Der endlose Krieg“ weiterlesen

Ein Blick im richtigen Moment genügt

Der eisige Wind blies dem jungen Soldaten ins nackte Gesicht. Es war ein kalter Märznachmittag und obwohl die Sonne kräftig schien, schaffte sie es nicht die Luft zu erwärmen. Der Soldat schaute auf seine goldene Taschenuhr, mit einem Seufzen klappte er sie wieder zu. Er wartete bereits eine geschlagene Stunde.Es war sein erstes freies Wochenende„Ein Blick im richtigen Moment genügt“ weiterlesen

Suburban Hellscape

Es war mir schleierhaft, wie ich an diesem Ort gelangt bin. Soweit mein Blick reichte, sah ich nur endlose Reihen von einstöckigen Einfamilienhäusern und Schrebergärten, ein Paradebeispiel für eine suburbane Gegend. Aber es war ein Paradoxon, der Randbereich einer Stadt ohne Stadt. Ich kletterte auf einem Baum, versuchte von dort einen besseren Überblick zu erhalten.„Suburban Hellscape“ weiterlesen

Samsa

Das Zimmer lag im Dunklen, die Vorhänge waren zugezogen. Eigentlich war es ein schöner, sonniger, leicht windiger Tag in dieser mittelgroßen brandenburgischen Stadt, die irgendwo in der ostprignitz-ruppinischen Einöde lag, wo sich meistens nur Berliner hin verirrten, getrieben von der Suche nach Natur, fernab der lauten und dreckigen Großstadt, ansonsten wurde der Ort so gut„Samsa“ weiterlesen