Ein Schatten, geboren aus der alles verschlingenden Explosion

Stille Nacht, beinahe wolkenloser Himmel. Ein einsamer Bomber flog wie ein riesiger prähistorischer Vogel über die öde brandenburgische Landschaft, ein Geflecht aus Wäldern, Feldern und unbekannten Dörfern.Der Pilot am Steuer gähnte, sein Dienst war lang und anstrengend. Alles, was er wollte, war zur Kaserne zurückzukehren und sich endlich ins Bett zu legen. Um schneller zu„Ein Schatten, geboren aus der alles verschlingenden Explosion“ weiterlesen

Zeuge des Stahls

Dunkel war es, der Abend bitterkalt,der Himmel wolkenlos und sternenklar,einsame Spuren des Schnees verdeckten,die grauen Pflastersteine des Hbfs,geflohen war ich vor der Kälte,zurückgezogen im Bahnhofsgebäude,weiße Neonröhren summten und brummten,im Dönerladen war noch Betrieb,die Backerei machte langsam Feierabend,das chinesische Restaurant war schon lange verwaist,Läden verschwanden und gingen,man sah es überall in dieser sterbenden Stadt,gelangweilt war ich,„Zeuge des Stahls“ weiterlesen

Durch Sturm und Revolution

Der kühle Wind rauschte durch die Blätter des dunklen Waldes. Der Meister hielt mich fest in seinen Armen, ich spürte seine schwieligen, von der Arbeit gezeichneten Hände. Bei sich hatte er seinen ältesten Sohn, einen aufgeregten jungen Burschen. Mit leisem Schritt gingen sie durchs Unterholz, schon seit einiger Zeit verfolgten sie die Fährte eines Hirschs.„Durch Sturm und Revolution“ weiterlesen

Revolution ohne Utopie – Eine Novelle (Erstes Kapitel)

1. Kapitel – Von Bären verschlungen Das Dorf lag in Trümmern, wahrscheinlich eine Racheaktion der Allpreußen, hier gab es nichts mehr zu holen, außer vielleicht verkohlte Überreste. Aber ein Mann konnte nicht nur von Kohle leben, ab und an brauchte er auch etwas Vernünftiges zwischen den Zähnen. Ein saftiges Stück Fleisch, für den Anfang. Ein„Revolution ohne Utopie – Eine Novelle (Erstes Kapitel)“ weiterlesen

Akitsaws

Eines Tages erschien sie einfach am Himmel, wir wussten nicht, womit wir dieses Schicksal verdient hatten. Es gab keine großen Vorankündigungen, keine lärmenden Posaunen, getragen von ätherischen Engelwesen. Keine Spatzen, die hinabstürzten und leblos am Boden lagen. Keine Köter, die winselten und im Kreis liefen. Keine seltsamen Wolkenformationen, wobei einer der Alten einen Totenkopf am„Akitsaws“ weiterlesen

Seltsame Vorkommnisse in einer kleinen deutschen Stadt

Niemand mag meinen Worten Glauben schenken, die ungebildeten, verblendeten Massen mögen mich einen Narren schimpfen, doch all das, was sich in den letzten Tagen zugetragen hatte, entspricht der Wahrheit und nichts als der reinen Wahrheit. Mein Leben lang war ich ein einfacher Diener Gottes, der Seinen Willen treu ausführte, doch die Erkenntnisse, die mich nun„Seltsame Vorkommnisse in einer kleinen deutschen Stadt“ weiterlesen

Das weiße Kaninchen im schizophrenen Labyrinth: QAnon – Eine Endzeitsekte?

1. Einleitung Am 6. Januar 2021 passierte etwas, womit viele US-Amerikaner nie gerechnet hätten: Ein wütender Mob aus Trump-Anhängern stürmte das Kapitolgebäude in Washington D.C., nachdem der damalige US-Präsident mit einer spontanen Rede seine Unterstützer dazu aufstachelte, vor dem Kapitol zu protestieren, um die förmliche Bekanntgabe des Wahlsieges von Joe Biden zu verhindern. Nach einiger„Das weiße Kaninchen im schizophrenen Labyrinth: QAnon – Eine Endzeitsekte?“ weiterlesen

Eine deutsche Routine im Jahre 1914 aus einem leicht ironischen Blickwinkel

Jeden Morgen wache ich pünktlich um sieben Uhr ohne Zutun meines Weckers auf. Sobald ich mich ordentlich gestreckt habe und aufgestanden bin, salutiere ich vor dem selbstangefertigten Gemälde des großen Anführers unserer deutschen Nation: Kaiser Wilhelm den Zweiten, und danke ihm für das Wirtschaftswunder. Gefolgt vom Singen unserer Nationalhymne, und zwar nicht weniger als fünfundzwanzigmal,„Eine deutsche Routine im Jahre 1914 aus einem leicht ironischen Blickwinkel“ weiterlesen

Und das Kreuz dreht sich weiter

Die warme Morgenluft strömte in das kleine beschauliche Zimmer hinein, die Sonne war noch weit von ihrem Höhepunkt entfernt, trotzdem zirpten die Grillen bereits emsig und erfüllten die Gegend mit ihrer gleichmäßigen Melodie.