Eine Kälte wie aus dem tiefsten Kreis der Hölle

In den letzten zwei Wochen geschahen Dinge, die meine gesamte Glaubenswelt einmal auf den Kopf stellten. Noch immer zittern meine Hände, ich fürchte mich vor dem Einbruch der Nacht, vor dem, was dort im Schutze der pechschwarzen Dunkelheit lauert. Der Nebel vor meinen Augen wurde gelüftet, nun sehe ich die Welt, wie sie wirklich ist,„Eine Kälte wie aus dem tiefsten Kreis der Hölle“ weiterlesen

Da fiel Feuer von Gott aus dem Himmel, und verzehrte sie

Kein Vogel zwitscherte an diesem schönen, sonnigen Morgen, denn diese gefiederten Tiere waren schon lange von hier vertrieben worden, da ihr lauter, schriller Gesang die Anwohner bei ihrem Schönheitsschlaf störte. Und selbst wenn sie noch da wären, würden sie weder Nistplatz noch Futter finden. Wo denn auch? In den quadratisch angelegten Gärten wohnten nur aus„Da fiel Feuer von Gott aus dem Himmel, und verzehrte sie“ weiterlesen

Die Wahrheit am Ende der Welt

Das dunkle Meer tobte, der eisige Wind pfiff der Besatzung des kleinen Schiffes ›Columbus‹ um die Ohren, meterhohe Wellen schlugen gegen die Nussschale, brachten das Deck zum Schwanken. Am kalten Arsch der Welt ließen sich nichteinmal Möwen blicken. Matthias hing über der Reling und übergab sich. Die ganze Fahrt über war er schon seekrank, er„Die Wahrheit am Ende der Welt“ weiterlesen

Ist die Türe zu?

Jeden Abend dasselbe Spiel, manchmal wird`s zu viel, Ich geh zu meiner Türe, da ist dieser Zwang, den ich verspüre, Mit Schlafanzug stehe ich im Gang, und stehe vor der Türe, und meine Hand zur Klinke führe, und an der Klinke rüttle, rüttle und schüttle, dabei frag ich mich, das ist mir peinlich, schon erbärmlich,„Ist die Türe zu?“ weiterlesen

Totes Eichhörnchen

Der Friedhof lag still da, die Gräber schwiegen, die Toten schliefen ihren endlosen Schlaf und leichter Nebel kroch niedrig über den kalten Boden. In der Ferne ertönte das unheilvolle, heisere Krächzen eines Kauzes vernehmen. Graue Wolken verzierten den grauen Nachthimmel, der Mond hing wie ein gelber Totenschädel hoch oben und schaute auf die Erde herab.„Totes Eichhörnchen“ weiterlesen

Sündenstadt Babylon

O du dreckige Großstadt, Drehst fleißig des Teufels Rad, Reckst dein hässliches Haupt empor, Öffnest jedes Gesindel Tür und Tor. Massen von gequälten Seelen, Marschieren und schreien aus trockenen Kehlen, Wandern in dunklen Labyrinthen aus Beton, Knien unterwürfig vor des Abaddons Thron. Die Stadt beherrscht von dämonischen Fratzen, Die an des Menschen Fleisches schmatzen, Sitzen„Sündenstadt Babylon“ weiterlesen

Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt

Der Regen prasselte gegen das Fenster des Zuges, ich lehnte meinen Kopf gegen die kühle Scheibe. Es war ein beruhigendes Geräusch, welches mich, in Kombination mit dem Rattern und Schaukeln des Zuges, völlig entspannte. Ich musste nur aufpassen, dass ich nicht eindöste und meine Haltestelle verpasste.Ich schaute auf mein weniges Handgepäck: Eine Tageszeitung von vor„Schwarz-weißer Regen in einer schwarz-weißen Stadt“ weiterlesen

Besuch beim Amt

Der Tag war gekommen, ich konnte es nicht länger aufschieben. Mein Personalausweis musste erneuert werden.Ich habe mich immer davor gefürchtet, da ich Gerüchte über das Bürgeramt und seine sehr langwierigen Bearbeitungsprozesse gehört habe. Vorher hatten immer meine Eltern meinen Ausweis für mich erneuert, doch jetzt war ich einundzwanzig Jahre alt, somit ein vollständiger Erwachsener, und„Besuch beim Amt“ weiterlesen

Suburban Hellscape

Es war mir schleierhaft, wie ich an diesem Ort gelangt bin. Soweit mein Blick reichte, sah ich nur endlose Reihen von einstöckigen Einfamilienhäusern und Schrebergärten, ein Paradebeispiel für eine suburbane Gegend. Aber es war ein Paradoxon, der Randbereich einer Stadt ohne Stadt. Ich kletterte auf einem Baum, versuchte von dort einen besseren Überblick zu erhalten.„Suburban Hellscape“ weiterlesen

Verloren

„In the pines, in the pines, Where the sun don‘t ever shines.“ – Lead Belly – Im Nachhinein betrachtet, war es keine gute Idee sich von der Gruppe zu trennen und alleine loszumarschieren. Die Sonne verschwand langsam hinter dem Horizont und der Wald wurde finster. Ihr wurde kalt, sie begann leicht zu zittern. Ihr Atem„Verloren“ weiterlesen