Über die „SA-Gesandten“

Wenn wir von der „Sturmabteilung“ hören, woran denken wir dann? Wahrscheinlich an die Reichspogromnacht von 1938. Oder an Marschkolonnen von Braunhemden mit Hakenkreuzfahnen in der Hand und dem Horst-Wessel-Lied auf den Lippen, an grobschlächtige Kerle mit mehr Muskeln als Verstand. Oder an die „frühen“ Konzentrationslager zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, wie das Schöneberger KZ in der General-Pape-Straße, „ein von mindestens 170 Haftstätten, in denen vornehmlich die SA-Feldpolizei 1933 etwa 2000 Menschen quälte und mindestens 20 ermordete.“[i] Vielleicht noch an die sogenannte „Nacht der langen Messer“[ii] Ende Juni 1934, eine Säuberungsaktion, bei der schätzungsweise einhundert Menschen hingerichtet wurden, darunter nicht nur hochrangige SA-Mitglieder wie Ernst Röhm, Edmund Heines und Karl Ernst, sondern auch „rechtskonservative“ Gegner des Nationalsozialismus wie Herbert von Bose, Edgar Julius Jung und Kurt von Schleicher. Einige der Morde zählten auch einfach unter „persönlicher Abrechnung mit Verrätern“ – ein Beispiel dafür ist der bayerische Politiker Gustav von Kahr.[iii]

Kaum jemand verbindet die SA jedoch mit der Arbeit im „Auswärtigen Amt“, die Geschichte der „Diplomaten im Braunhemd“ (Daniel Siemens), den sogenannten „SA-Gesandten“ und ihre Verstrickungen mit dem Holocaust in Südosteuropa sind kaum bekannt. In der Forschung sind die SA-Gesandten eher ein Randthema, Monografien über sie gibt es nicht, nur Aufsätze und einzelne Kapitel. Der Historiker Daniel Siemens widmet ihnen ein gesamtes Kapitel in seinem Werk „Sturmabteilung. Die Geschichte der SA“. Hans-Joachim Hoppe behandelt die Rolle des SA-Gesandten Adolph-Heinz Beckerle in Bulgarien. Raul Hilberg thematisiert in „Die Vernichtung der europäischen Juden“ den Anteil der „SA-Gesandten“ an der Shoah in Südosteuropa. Die beiden letzten Werke stammen jeweils aus den 1970ern bzw. 1960ern. Die Quellenlage ist noch dürftiger. Es gibt ein Tagebuch eines „Gesandten“ (Adolf-Heinz Beckerle), welches im Politischen Archiv des „Auswärtigen Amts“ aufbewahrt wird.

In der Geschichtsschreibung des Auswärtigen Amts tauchen die „braunen Diplomaten“ kaum auf. Siemens schreibt diesbezüglich:

Im offiziellen Gedenken des Auswärtigen Amtes nach 1945 wurde über die SA-Diplomaten beredt geschwiegen. Sie galten als abschreckendes Beispiel für die verhängnisvollen Auswirkungen der Einmischung der NSDAP in Kernaufgaben der Diplomatie, gegen die sich das Auswärtige Amt vermeintlich nach Kräften gewehrt hat.[iv]

Eine Internetsuche für die Begriffe „SA-Gesandte und Auswärtiges Amt“ führt nur zur Botschaft in Südafrika. Bei einer wirklichen und ernsthaften Auseinandersetzung mit den „SA-Gesandten“ müsste sich das „Auswärtige Amt“ sicherlich eingestehen, dass der Versuch der Beeinflussung durch das nationalsozialistische Regime auf die eher (national-)konservativ geprägte Institution doch größer war, als sich die Diplomaten selbst eingestehen mochten.

Das Verhältnis zwischen den „SA-Diplomaten“ und dem „Auswärtigen Amt“ war durchaus schwierig und konfliktbeladen. Die Gesandten galten als diplomatische Außenseiter, die kaum über nennenswerte Fähigkeiten und Kenntnisse verfügten, die sie für das Diplomatengeschäft geeignet machten – mit der Ausnahme von Manfred Killinger. Er war der Leiter der Nachwuchsabteilung des „Auswärtigen Amts“, ehemaliger Gesandter in Bratislava (Slowakei) und Konsul in San Francisco.[v]

Unterstützung bekamen die „SA-Gesandten“ (von denen es insgesamt fünf gab[vi]) nur von wenigen SA-Mitgliedern und überzeugten Nationalsozialisten innerhalb des „Auswärtigen Amts“ wie Martin Luther. Doch selbst diese schmale Rückendeckung hielt nur bis 1943, da Luther aufgrund eines gescheiterten Putsches gegen den Reichsminister des Auswärtigen Joachim von Ribbentrop in Ungnade fiel.[vii]

Einige der Karrierediplomaten betrachteten die „SA-Gesandten“ mit Misstrauen, viele der Beamten bezeichneten sie hinter vorgehaltener Hand als „brutale KZ-Leute“[viii], die angeblich ein „persönliches Konzentrationslager“[ix] besaßen. Im Grunde genommen sahen die Diplomaten ihre nationalsozialistischen „Kollegen“ als nichts anderes als grausame Schlägertypen ohne Hirn und Verstand. Sie zweifelten auch daran, ob diese fünf Männer in der Lage seien, als Botschafter zu dienen.[x]

Rudolph Rahn, ein deutscher Diplomat, schrieb nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, dass er es für keine gute Idee hielt, „politisch naive SA-Führer in Diplomatenuniform zu stecken, in dem Glauben, man könne Außenpolitik nach Parteimethoden machen.“[xi] Auch der österreichische General Edmund Glaise-Horstenau äußerte sich sehr negativ über die „Gesandten“. Zur Ernennung von Siegfried Kasche zum Botschafter in Kroatien sagte er, „dass der Mann wenigstens imstande sei, Kroatien auf der Landkarte zu finden.“[xii] Allgemein gab es viele Zweifel im Deutschen Reich darüber, ob es wirklich angebracht sei, die SA-Männer als Botschafter nach Südosteuropa zu entsenden. Mit dem Sturz von Unterstaatssekretär Luther und seiner anschließenden Verhaftung gab es für die „SA-Gesandten“ gab es auch keinen nennenswerten Rückhalt mehr im „Auswärtigen Amt“. Und mit dem Zusammenbruch der Ostfront und dem stetigen Vorrücken der Roten Armee ab 1944 standen die „Gesandten“ endgültig auf „verlorenen Posten“, von Partei und Reich ihrem Schicksal überlassen – was in der Regel entweder Hinrichtung oder sowjetische Kriegsgefangenschaft bedeutete.

Doch wer waren diese Männer überhaupt und warum kam die NS-Führung überhaupt auf die Idee, SA-Mitglieder zu Botschaftern zu machen? Die fünf „Gesandten“ hatten zum einen gemeinsam, dass sie Mitglieder in der „Sturmabteilung“ waren, aber sie waren nicht irgendwelche Mitglieder, sie waren keine Frischlinge oder sogenannte „Märzgefallene“[xiii], sondern „Alte Kämpfer“, das heißt, sie waren bereits seit frühen Tagen Mitglieder der NSDAP und waren hemmungslos in der „Kampfzeit“ in den 1920er Jahren politisch aktiv. Manfred von Killinger beispielsweise war, bevor 1928 in die SA und in die nationalsozialistische Partei eintrat, ein bekennender Rechtsextremist, der Führer in einem Freikorps und Mitglied in der paramilitärischen Organisation „Bund Wiking“ war. Es war auch der Kapitänleutnant Killinger, der den Befehl zur Ermordung des Reichsministers für Finanzen Matthias Erzberger gab.

Diese hochausgezeichneten „Alten Kämpfer“ hätten eigentlich in der „Nacht der langen Messer“ sterben sollen, doch wie durch ein Wunder entkamen sie den Hinrichtungskommandos.

Wer die Entscheidung „Parteiveteranen“ der SA in den Status von Diplomaten zu versetzen, traf und welche Strategie damit genau verfolgt werden sollte, lässt sich, laut Siemens, nicht mehr komplett nachverfolgen. Eine politische Absicht hinter dieser Personalentscheidung war womöglich die Eindämmung des Einflusses der SS auf das „Auswärtige Amt“. Der Leiter des SS-Hauptamts Gottlob Berger beschwerte sich bei Heinrich Himmler darüber, dass Luther einen regelrechten „Krieg“ gegen die Schutzstaffel führe. Die ausschließliche Vergabe von Botschafterposten in Südosteuropa an SA-Leute sei der Beweis dafür, dass der Unterstaatssekretär den Konflikt mit der SS suche.[xiv]

Der SA-Stabschef Viktor Lutze hatte nach einem Gespräch mit Adolf Hitler und einer Unterredung mit Ribbentrop die Idee von „SA-Gesandten“ unterbreitet und schlug dafür „seine besten Männer“[xv] vor. Lutze wollte mit diesem Vorstoß auch die Rolle der SA bei der „Germanisierung“ und Kolonisierung Osteuropas gegenüber Himmler und der SS geltend machen.

Aber warum gerade diese fünf Männer, für die doch eigentlich der Tod prädestiniert war? Warum diese Männer, die, wie bereits oft erwähnt, kaum über diplomatische Fähigkeiten besaßen und auch nicht in außenpolitischen Netzwerken eingegliedert waren, an die Peripherie des nationalsozialistischen Terror-Imperiums verfrachten? Vom eigentlichen Machtzentrum waren sie somit räumlich wie geistig weit entfernt, wenn nicht gar die Verbindung komplett getrennt war.

Natürlich kannten sich die fünf Männer untereinander, sie trafen sich häufig auf Parteitagen und anderen NS-Veranstaltungen. In der europäisch-rechtsextremen Welt waren sie gut vernetzt, hatten ihre Erfahrungen mit Freikorps und Terrororganisationen gemacht. Aber darüber hinaus? Ihnen war die skrupellose Anwendung von Gewalt nicht fremd. Sie alle hatten auch Erfahrung im Bereich von polizeilichen Aufgaben gemacht – Dietrich von Jagow war Reichskommissar für die württembergische Polizei, Manfred von Killinger war der sächsische Reichskommissar für Polizei, Hanns Ludin diente als kommissarischer Polizeipräsident in Karlsruhe und Adolf-Heinz Beckerle war sowohl der Polizeipräsident in Frankfurt am Main als auch Interims-Polizeichef im besetzten Lodz. Siegfried Kasche fällt hingegen aus der Reihe, er war „nur“ Gauleiter im Gau Ostmark und ab 1936 Reichsredner.

Ebenso einte diese Männer ihr fanatischer Glaube an den Nationalsozialismus, die unerschütterliche Loyalität an den „Führer“ (trotz negativer Erfahrungen während der „Nacht der langen Messer“) und der Wunsch nach einem deutsch-dominierten Europa.

Hitler konnte definitiv sichergehen, dass die fünf „Gesandten“ seine Interessen an drei Fronten zufriedenstellend vertreten werden: gegen mögliche Widerstände im „Auswärtigen Amt“, gegen etwaige Querschießer im Oberkommando der Wehrmacht (die sich der nationalsozialistischen Beeinflussung der Armee verweigerten) und gegen den stetig zunehmenden Einfluss der SS.[xvi]

Der Reichsführer-SS war auch noch lange Zeit schlecht auf die „SA-Diplomaten“ und den Versuch der Einflussnahme der SA auf die Mechanismen des „Auswärtigen Amts“ schlecht zu sprechen. Einen der „Gesandten“ bezeichnete Himmler als „Reichsfeind“[xvii], den man „zerschmettern“[xviii] müsse.

Siemens sieht die Ernennung von „SA-Diplomaten“ auch im Zeichen der zunehmenden Radikalisierung der Außenpolitik des Dritten Reichs und der Umsetzung des „Generalplan Ost“. Hitler betrachtete Osteuropa als einen „großen Kuchen“ und man müsse schauen, „den riesenhaften Kuchen handgerecht zu zerlegen, damit wir [die Nationalsozialisten] ihn erstens beherrschen, zweitens verwalten und drittens ausbeuten können.“[xix] Lutzes Vorschlag SA-Führer als Botschafter einzusetzen, wurde vom „Reichsminister für die besetzten Gebiete“ Alfred Rosenberg unterstützt. Hitler hatte ebenfalls keine Einwände diesbezüglich.[xx] 

Ein sogenannter Dr. Otto aus Budapest verfasste eine Abhandlung für die Oberste SA-Führung, in der er ausführlich erläuterte, dass die Ernennung der „SA-Diplomaten“ das letzte Kapitel einer bismarckschen Außenpolitik sei. Die Ernennung wäre ein Paradigmenwechsel, denn Diplomaten würden nicht mehr den Interessen von Staaten, sondern von Völkern dienen.[xxi] Konkret schreibt er:

Die reaktionäre Winkeldiplomatie der Kabinette ist hinweggefegt. Die klare, aufrichtige und großzügige Diplomatie der Völker, ihre abgesandten politischen Soldaten, sind an der Arbeit, als ehrliche Makler getreu Bismarcks Vermächtnis den Lebensnotwendigkeiten der Völker und der Zukunft Europas zu dienen.[xxii]

Die „SA-Gesandten“ waren demnach keine gewöhnlichen Diplomaten (zumindest nicht auf lange Sicht), sondern zukünftige Reichskommissare, die ein späteres Kolonialreich unter nationalsozialistischer Vorherrschaft verwalten sollen.

Betrachten wir nun den „Braunhemd-Diplomaten“ Siegfried Kasche genauer, um die Rolle und Funktion der „Gesandten“ besser zu verstehen. Er war von 1941 bis 1945 der deutsche Gesandte in Zagreb beim „Unabhängigen Staat Kroatien“. Kroatien wurde in dieser Zeit von den „Ustasa“ regiert. Laut Stanley Payne handelt es sich um eine „Bewegung radikaler kroatischer Nationalisten, die der Zagreber Rechtsanwalt Ante Pavelić 1929 gegründet hatte.“[xxiii] Er definiert sie als eine protofaschistische Gruppierung, die in den 1930ern eine verschwörerische Minderheit war, aber „zunehmend ehrgeizige Ziele und protofaschistische Merkmale, die auf ein unabhängiges, extremistisches und ausgesprochen autoritäres Kroatien zielten“[xxiv], entwickelte. Unter der jugoslawischen Regierung war die „Ustasa“ verboten, erst der deutsche Einmarsch 1941 katapultierte sie an die Spitze der Macht, wodurch sie „zur destruktivsten aller faschistischen Bewegungen“[xxv] (abgesehen von der nationalsozialistischen) wurde.

Bereits kurz nach ihrer Machtübernahme erließen die „Ustasa“ antisemitische Gesetze und begannen „mit der systematischen Internierung kroatischer Juden.“[xxvi] Kasche brachte das kroatische Regime auf Linie mit den deutschen Kriegszielen und „sorgte für beschleunigte Abläufe bei der Gefangennahme, Deportierung und Ermordung der kroatischen Juden.“[xxvii] Gespräche zwischen Kroaten und Deutschen bezüglich der antisemitischen Deportationspolitik fanden bereits drei Monate nach der Ankunft von Kasche statt. Das „Ustasa“-Regime bat 1941 darum, alle Juden, die sich in kroatischen Konzentrationslagern befanden, ins Deutsche Reich abzuschieben. Diesem Vorschlag widersetzte sich aber das Reichssicherheitshauptamt (RSHA), entweder weil sich die SS noch nicht sicher war, was genau mit den Juden geschehen soll oder weil bereits genug Juden in den Lagern starben, wodurch „kostenintensive“ Abschiebungen erst einmal nicht zur Debatte standen.[xxviii]

Ein Jahr später änderte sich die Situation, da Italien ungefähr 5000 Juden unter ihrem Schutz stellte. Daraufhin forderte Kasche den sofortigen Abtransport unter Zusammenarbeit vom „Auswärtigen Amt“ und der SS aller Juden, die sich noch in Kroatien befanden. Dies sollte ohne Rücksicht auf die Befinden der Italiener geschehen. Bis 1943 wurden tausende Juden von Kroaten nach Auschwitz verschleppt und nach der Kapitulation Italiens transportieren die Nationalsozialisten auch die restlichen jüdischen Menschen aus dem Land[xxix], woraufhin Kasche gegenüber dem „Auswärtigen Amt“ mitteilte, dass „Kroatien […] nunmehr bis auf unbedeutende Ausnahmen vollkommen ‚judenfrei [sei].“[xxx] Kasche wurde zwei Jahre nach Ende des Kriegs durch den kroatischen Strafgerichtshof zum Tode verurteilt und alsbald erhängt.[xxxi]

Im Gegensatz zu anderen „SA-Gesandten“ wie Beckerle, der immer mit den Widerständen der Bulgaren, dem Parlament und Zar Boris III. zu kämpfen hatte, standen Kasche willige und radikale Helfer zur Seite, die „nur zu gerne“ die jüdische Bevölkerung aus Kroatien entfernen wollte und dabei in Sachen Extremismus den Nationalsozialisten kaum nachstanden.

Kasche war auch einer der wenigen „Gesandten“, der wirkliche Begeisterung für seinen Beruf zeigte, da er auch eine Faszination für die „Germanisierung“ und Kolonisierung Osteuropas hegte. Aber alle fünf „Gesandten“ sahen in der Berufung als Botschafter einen wichtigen Schritt in ihrer Karriere, der sie zum möglichen Posten eines Reichskommissars führen würde.

Letztendlich waren die SA-Gesandten ein weiteres Zahnrad im großen Amalgam, was sich „NS-Staat“ nannte; ein weiteres Mittel, um die vielen, sich gegenseitig bekämpfenden Fraktionen (Wehrmacht, nationalkonservative Diplomaten im „Auswärtigen Amt“, SS) im Inneren auf Trab zu halten und irgendwie ein Machtgleichgewicht zu schaffen.

Der wirkliche politische Einfluss der „SA-Gesandten“ war, wenn man von Ausnahmen wie Kasche absah, eher gering – sowohl innerhalb des „Auswärtigen Amts“ als auch in den Ländern, in denen sie stationiert waren. Oftmals stellte sich heraus, dass ausländische Regierungen es nicht mögen, wenn Fremde von außen erscheinen, sich wie Kolonialherren verhalten und Befehle ohne irgendwelche Befugnisse und rechtliche Kompetenzen erteilten. Die „Gesandten“ hatten auch keine faktische Macht, sie waren immer darauf angewiesen, dass es willige Helfer in den Regimen gab. Ihre „Erfolge“ waren von der Bereitschaft zur Zusammenarbeit abhängig. In Kroatien war es wesentlich leichter als in den anderen Ländern.

Die „SA-Gesandten“ verfügten zwar kaum über diplomatische Fähigkeiten, dennoch handelte es sich bei ihnen um loyale und hochideologisierte Parteianhänger, die bereit waren, alles für den Nationalsozialismus zu tun. Für sie war die Errichtung eines deutschen Kolonialreichs das oberste Ziel, auch wenn sie relativ schnell merkten, wo ihre Grenzen lagen. Denn ihnen wurde klar, dass der nationalsozialistische Repressions- und Terrorapparat begann, selbst die engsten Verbündeten vom Dritten Reich abzustoßen.

Ihr „größter“ politischer Einfluss bestand darin, „aktiv am Holocaust“[xxxii] mitzuwirken. Die historische Forschung sollte definitiv den Gegenstand der „SA-Gesandten“ deutlicher untersuchen.


[i] Stefan Hördler, Entgrenzung und Eingrenzung der Gewalt. Berliner SA, SS und Polizei (1933-1939). In: Michael Wildt / Christoph Kreutzmüller (Hrsg.): Berlin 1933-1945, München 2013, S. 298.

[ii] In der nationalsozialistischen Propaganda auch als „Röhm-Putsch“ bezeichnet. Die Mordserie wurde nachträglich damit gerechtfertigt, dass ein angeblicher SA-Aufstand beendet werden sollte.

[iii] Vgl. Daniel Siemens, Sturmabteilung. Die Geschichte der SA, München 2017, S. 240f.

[iv] Ebd., S. 376.

[v] Vgl. ebd.

[vi] Der bereits erwähnte Manfred von Killinger, dann noch Adolf-Heinz Beckerle, Siegfried Kasche, Dietrich von Lagow und Hanns Elard Ludin.

[vii] Vgl. Siemens, Sturmabteilung, S. 400.

[viii] Zit. nach ebd., S. 377.

[ix] Zit. nach ebd.

[x] Vgl. ebd.

[xi] Zit. nach ebd., S. 398.

[xii] Zit. nach ebd.

[xiii] Einen Begriff, den besonders ältere NSDAP-Mitglieder nutzten, um über die zahlreichen Neuzugänge zu spotten, die nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten in die Partei eintraten.

[xiv] Vgl. Siemens, Sturmabteilung, S. 380.

[xv] Ebd.

[xvi] Vgl. ebd., S. 377.

[xvii] Zit. nach ebd., S. 380.

[xviii] Zit. nach ebd.

[xix] Zit. nach ebd.

[xx] Vgl. ebd., S. 381.

[xxi] Vgl. ebd.

[xxii] Zit. nach ebd.

[xxiii] Stanley Payne, Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung, Berlin 2001, S. 399.

[xxiv] Ebd.

[xxv] Ebd., S. 400.

[xxvi] Siemens, Sturmabteilung, S. 388.

[xxvii] Ebd.

[xxviii] Vgl. ebd., S. 388ff.

[xxix] Vgl. ebd., S. 390.

[xxx] Ebd.

[xxxi] Vgl. ebd., S. 400.

[xxxii] Ebd., S. 383.

Quellen- und Literaturverzeichnis

Hördler, Stefan: Entgrenzung und Eingrenzung der Gewalt. Berliner SA, SS und Polizei (1933-1939). In: Kreutzmüller, Christoph / Wildt, Michael (Hrsg.): Berlin 1933-1945, München 2013, S. 297-323.

Payne, Stanley: Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung, Berlin 2001.

Siemens, Daniel: Sturmabteilung. Die Geschichte der SA, München 2017.

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