Von Neuen Rechten und Alten Denken – Gedicht

Nach dem Ende des Krieges
wollten die alten Teufel 
ihre mit blutbesudelten Westen
wieder weiß waschen 
die Leichenberge hatten sich
bis zum Himmel getürmt 
Europa stand in Flammen 
Nichts als Asche 
war vom Adler 
und dem Rutenbündel geblieben. 

Nouvelle droite klang auch besser 
als Nationalsozialist 
oder Faschist 
Das Alte Denken 
wollten sie abstreifen 
doch das getrocknete Blut 
lässt sich nicht so leicht abwaschen
Der Horizont musste erweitert werden
die alten Vorbilder, die alten Wortführer 
waren tot
waren geflohen
hatten sich abgewandt
neue Vorbilder mussten her. 

Die Suche führte 
zu den alten Konservativen 
Ernst Jünger, Carl Schmitt, Heidegger, 
Ernst von Salomon, Oswald Spengler
Doch das Alte Denken blieb 
Julius Evola, Josè Antonio Primo de Rivera, 
George Sorel, Robert Michels,
Gregor Strasser, Otto Strasser 
Blut lässt sich nur schwer 
aus weißen Westen waschen
Faschismus war tot
Lang lebe der Neue Faschismus. 

Sie bedienten sich
auch ihrer Gegner 
»Mosaik-Rechte«, sagte einer 
»Neue Rechte, statt Neue Linke«,
sagte ein anderer 
Sie entdeckten Marx für sich
Marx, aber ohne Marxismus
lesen Das Kapital 
Kapitalismuskritik von rechts
Antonio Cramsci wurde einverleibt
»Kulturhegemonie«, aber ohne Marxismus, bitte
man ist schließlich kein 
degenerierter Linker. 

Weg mit Demokratie und Parlamentarismus!
religiöse und ethnische Gemeinschaften
bestimmen die Gesellschaft
Nationen und Kulturen bilden sich
ethnopluralistisch 
was auch immer das heißen mag
Weg mit Neoliberalismus! 
Staat und Unternehmen wachsen zusammen
wie auch immer sich
das von heutzutage unterscheidet
Weg mit Egalitarismus! 
Eliten führen die homogene Nation 
kritisiert man das nicht? 
Weg mit Feminismus!
Frauen sollen Kinder gebären
an dem Herd gehen
dem Mann dienen 
Altes Denken 
bleibt halt hängen. 

Zurück zu den alten Tagen
wo Mann noch Mann war 
wo keine Ausländer 
das Straßenbild zierten 
Wo Frauen sich noch
anständig kleideten 
Wo es keine 
Schwulen
Lesben
Transsexuelle 
Non-Binäre 
und fünfzig Gender gab
Wo Mann und Frau 
noch Mann und Frau waren
Wo Männer im Krieg starben
und Frauen nichts zu sagen hatten
Wo man ins Lager kam
wenn man nicht
in die homogene Gesellschaft passte 
Es gab die Kugel für Verräter 
d.h. Kommunisten und Juden
wie gesagt
Altes Denken bleibt hängen 
Blut lässt sich nur
schwer auswaschen. 

Eine europäische Wiedergeburt 
ein europäisches Reich 
einen europäischen Sozialismus
aber keinen linken! 
Sondern einen nationalen 
Nationaler Sozialismus 
da war doch was 
Suchen die Querfront 
mit den Linken
aber die gehen nicht drauf ein
Sie werden die Kugel 
schon noch spüren
wenn der Terror über sie strömt
Die schmutzige Weste 
bekommt noch mehr Flecken. 

Rechtsextremismus mit intellektuellen Anstrich
die Kulturrevolution von rechts 
Anti-Liberale und Anti-Demokraten
Neoreaktion und Neo-Neonazi 
geschönter Rassismus 
Ethnopluralismus klingt auch netter
aber man ist doch kein Nazi
oder Faschist 
oder Völkischer Nationalist 
man ist doch gebildet 
man hört doch Wagner und liest Mann
kein Vergleich mit diesen 
rechten Schlägern und Hooligans 
mit Springerstiefel und Bomberjacke 
und Glatze und Hakenkreuztattoos 
man trägt Anzug und Krawatte
oder locker hipster-artig 
mit Hornbrille und Karohemd 
ein familienfreundliches Image 
nichts mehr mit Nazis oder Faschisten gemeinsam
Ist doch egal
wenn die Gedanken die gleichen sind 
Interessiert doch niemanden
wenn das Alte Denken 
das Alte Denken bleibt. 
Und die Weste
immer noch mit Blut trieft. 

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